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OB Bosch nimmt Blockheizkraftwerk in Betrieb


OB Barbara Bosch und eine Schülersprecherin nehmen das Blochheizkraftwerk in Betrieb Gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Barbara Bosch konnten die beiden Geschäftsführer der FairEnergie Klaus Saiger und Heiko Suter am Mittwoch, 28. November 2007 ein neues BHKW beim Bildungszentrum-Nord (BZN) in Reutlingen in Betrieb nehmen.

Seit vielen Jahren setzt die FairEnergie auf diese Technik und erreicht mit effizientem Energieeinsatz hohe Wirkungsgrade. Die Stadt Reutlingen und die FairEnergie wurden in ihren Aktivitäten und Bemühungen beim Klimaschutz und dem Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung durch die Beschlüsse der Bundesregierung in Meseberg im August diesen Jahres bestärkt. Auf der Klausurtagung des Kabinetts wurde das wohl bislang ehrgeizigste Klimaschutzprogramm für Deutschland verabschiedet. Das Paket umfasst unter anderem Maßnahmen beim Wohnungsbau, bei der Energieerzeugung und beim Verkehr. Ein wesentlicher Baustein des Programms ist die noch stärkere Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung. Ziel der Gesetzesnovelle ist es, den Anteil des Stroms aus KWK bis 2020 auf etwa 25% zu verdoppeln und die im KWK-Gesetz vorgesehene CO2-Minderung von 23 Mio. Tonnen zu erreichen.

Das BHKW beim BZN versorgt über ein Fernwärmenetz das BZN, die Wittum- und Schulsporthalle sowie zukünftig den IZBB-Neubau (IZBB = Investitionsprogramm Zukunft, Bildung und Betreuung zum Auf- und Ausbau der Ganztagesbetreuung in Baden-Württemberg). Der produzierte Strom wird in das Netz der FairEnergie eingespeist.

Vorher wurden die Schulen aus dem gleichen Heizwerk, jedoch nur über konventionelle Heizkessel, mit Wärme versorgt.

„Aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen war es sinnvoll, ein neues BHKW mit 50 kW elektrischer Leistung und 100 kW Heizleistung zu errichten und in die vorhandene Heizzentrale beim BZN zu integrieren“, erläuterte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. „Im bewährten Prinzip hat die FairEnergie sowohl die Planung, Finanzierung und Installation der neuen Anlage als auch deren Betrieb übernommen“.

Die voraussichtliche Betriebsdauer beträgt ca. 5.500 Stunden im Jahr, wobei das BHKW jährlich ca. 267.000 kWh Strom erzeugt und ca. 550.000 kWh Wärme an das Heiznetz des BZN abgibt. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Wärme in herkömmlichen Kesselanlagen und Strom in normalen Kraftwerken, werden pro Jahr ca. 65,5 Tonnen CO2 eingespart.

Bei Gesamtkosten von rund 95.000 Euro (netto, ohne Mehrwertsteuer)ergibt sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage unter anderem durch besondere staatliche Fördermechanismen. So erhalten Anlagen dieser Größenordnung für die nächsten 10 Jahre einen fixen Zuschuss von 5,11 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom. Ferner wird - aufgrund der besonders umweltschonenden und primärenergiesparenden Energieerzeugung - keine Mineralölsteuer berechnet.

Zusammen mit der Stadt Reutlingen ist es der FairEnergie gelungen, vom Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, im Rahmen des „Klimaschutz-Plus-Förderprogramms für Kommunen“ unterstützt zu werden. Ziel des Förderprogramms ist es, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 (Kohlendioxyd) maßgeblich und dauerhaft zu senken. Das Land Baden Württemberg gewährte einen Zuschuss in Höhe von ca. 17.000,- Euro.

Das Engagement der FairEnergie im Bezug auf die KWK-Technik in Reutlingen wird deutlich, wenn man betrachtet, wie viele Anlagen das Unternehmen in diesem Jahr schon installieren konnte. Neben dem BHKW beim BZN wurden baugleiche Anlagen im „Hagenweg“, der „Eduard-Spranger-Schule“ und der „Hoffmannschule“ in Betrieb genommen.

„Mit dem neuen BHKW beim BZN laufen bei der FairEnergie nun insgesamt 14 Anlagen mit 21 Motoren zur Kraft-Wärme-Kopplung. Bei Volllast können sie bis zu 5 MW elektrischer Leistung produzieren und 8,3 MW Wärmeleistung abgeben.“, führte der Technische Geschäftsführer der FairEnergie, Klaus Saiger, aus.

Für die Fachklassen Physik am BZN hatte die FairEnergie am Tag der Inbetriebnahme ein interessantes Programm zusammengestellt. Insgesamt 10 Klassen mit rund 300 Schülern informierten sich bei den Fachingenieuren der FairEnergie aus erster Hand über die BHKW-Technik. Praktische Einblicke in das „Innenleben“ des neuen BHKW, die leitungstechnische Einbindung des Schulkomplexes, ein BHKW-Quiz mit Gewinnmöglichkeiten sowie eine Themeninsel „Energie sparen“ rundeten das Angebot ab.