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Einblicke in den Reutlinger Frankonenstollen


Von November 2012 bis April 2013 sind rund 400 Meter des Frankonenstollens reversibel verfüllt worden. 2200 Tonnen Kies sorgen nun auf rund 1400 Quadratmetern unter der Erde dafür, dass die Reutlinger die Pomologie wieder gefahrlos begehen können. 

Vor der Verfüllung haben sich Mitarbeiter des Stadtarchivs und Mitglieder des Reutlinger Filmclubs mit einer Filmkamera in die Tiefen des Stollens gewagt und beeindruckende Aufnahmen für die Nachwelt geschaffen.

Zur Geschichte des Frankonenstollens:

Bereits im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs traf das nationalsozialistische Regime gezielt Luftschutzvorkehrungen. So wurden am Frankonenweg, ausgehend von den vorhandenen Kellern einer ehemaligen Bierbrauerei, große Schutzräume errichtet, die bis zur „Uhlandhöhe“ an der Friedrich-Ebert-Straße reichten.

Doch erst nach der Aufnahme des Industriestandorts Reutlingen in das erweiterte Luftschutz-Führerprogramm im Juni 1944 konnten in großem Stil weitere Luftschutzmaßnahmen eingeleitet werden. So wurden vom Frankonenkeller aus ab August 1944 zwei parallel geführte Stollen unter der Friedrich-Ebert-Straße hindurch bis weit unter das Gelände der heutigen Pomologie in den Hang getrieben und durch zwei Querstollen mit verschiedenen „Galerien“ verbunden. Vornehmlich Kriegsgefangene und ausländische Zwangsarbeiter verrichteten die anstrengenden Erd-, Spreng- und Verschalungsarbeiten unter schwierigsten äußeren Bedingungen bei schlechter Verpflegung und mit unzureichendem Gerät. Die Arbeiten waren in den letzten Kriegswochen bis zu einer Gesamtlänge von ca. 400 m fortgeschritten, aber bei weitem nicht vollendet. Er bot etwa 900 Menschen Schutz.

 
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