Aktuelles

Wandvitrinenausstellung zu 100 Jahre Roßbergturm


Roßbergturm - nach der Eröffnung Über 5.700 Personen beförderte allein das Gönninger Bähnle in die Gemeinde im Wiesaztal, die nach einem Aufruf des Festausschusses die Straßen gereinigt und die Häuser beflaggt hatte.

Das Wahrzeichen Gönningens hatte aber schon zwei Vorgänger. Bereits im Jahr 1819 wurde ein besteigbarer etwa 14 bis 17 Meter hoher Vermessungsturm auf dem Roßberg errichtet. Besonders Tübinger Studenten logierten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gerne in den Gönninger Gaststätten um eine „Vergnügungsreise auf den Roßberg“ zu machen.

Nachdem der Bau eines Aussichtsturms auf dem Roßberg mehrfach an fehlenden finanziellen Mitteln und tatkräftiger Initiative gescheitert war, wurden 1890 vom Schwäbischen Albverein konkrete Pläne ausgearbeitet. Am 8. Juni 1890 fand die Einweihung dieses 25 Meter hohen hölzernen Aussichtsturmes mit Plattform, auf der 20 Personen Platz fanden, statt. In den folgenden Jahren wurde dieser Bau allerdings immer instabiler, so dass 1912 ein Architektenwettbewerb für einen Neubau ausgeschrieben wurde. Aus 53 eingereichten Entwürfen entschied sich das Preisgericht für die Pläne des Stuttgarter Architekten Karl Schweizer. Bereits nach 4-monatiger Bauzeit konnte die Eröffnung des 30 m hohen Turmes Ende September 1913 erfolgen. Die Kosten in Höhe von 40.000 Mark trug der Schwäbische Albverein zu seinem 25-jährigen Bestehen weitgehend mit Hilfe einer Privatspende.

Roßbergturm - hölzerner Vorgängerbau Stromversorgung und ein Anbau verbesserten in den 1920er Jahren den Aufenthalt nicht nur für die Übernachtungsgäste. Im Zweiten Weltkrieg diente der Turm dem Flugmeldedienst der Luftwaffe. Nach dem Krieg stiegen die Besucherzahlen wieder stetig an. Ein Erweiterungsbau 1972/73 gab dem Roßbergturm dann das heutige Aussehen.

In seiner neuesten Vitrinenausstellung zum Jubiläum des Roßbergturms zeigt das Stadtarchiv zahlreiche Fotografien und Zeichnungen der 1890 und 1913 gebauten Aussichtstürme auf Reutlingens höchstem Berg. Vorgestellt wird auch das Fremdenbuch der Höhengaststätte, das für die Zeit von Juli 1937 bis September 1943 die Übernachtungsgäste aufführt. Selbst während des Krieges war der Turm oft ausgebucht. Der Aufenthalt  auf dem Roßberg und der wunderbare Rundblick vom Turm bis zu Alpen und Schwarzwald sollte etwas Normalität im Kriegsalltag suggerieren. Die ersten Erwähnungen einer Roßbergbesteigung in Wanderführern des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts gehören ebenfalls zum Themenspektrum der Vitrinenpräsentation. Die Ausstellung vor den Diensträumen des Stadtarchivs ist bis Ende des Jahres zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
Weitere Informationen auf unseren Seiten
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK