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Fotosammlung Dohm im Stadtarchiv


Foto Dohm Krämerstraße 10, 1920er Jahre Mit mehr als 120 Regalmetern stellt das Archiv des alteingesessenen Fotohauses Dohm den größten Einzelbestand dar. Vom Bankbeamten Peter Dohm 1919 in der Krämerstraße 10 gegründet, entwickelte sich das Unternehmen in den kommenden Jahrzehnten zum „größten Foto-Spezialhaus der Schwäbischen Alb“, so die Eigenwerbung. 1923 vergrößerte sich das Fotohaus mit dem Umzug in die Wilhelmstraße 5, ab den 1930er Jahren folgten Filialgründungen in Ebingen und Ulm. Kurz vor dem 75-jährigen Jubiläum schloss das Familienunternehmen 1993 seine Pforten. Der Fotobestand gelangte danach ins Stadtarchiv.

Foto Dohm hat das visuelle Gedächtnis Reutlingens aber auch der Region entscheidend mitgeprägt. Mehrere 100.000 Fotos, Glasplatten und Dias bilden über ein halbes Jahrhundert Stadtgeschichte fotografisch ab. Daneben spiegelt sich aber auch der Wandel der Arbeitswelt des Fotografen im Laufe der Jahrzehnte deutlich wieder. Standen zur Zeit des Wirtschaftswunders noch Werbe- und Produktfotografie für hiesige aber auch auswärtige Firmen in hohem Kurs so überwog die Porträtfotografie ab den 70er Jahren. Ein besonderer Glücksfall für die Nachwelt sind die Farbaufnahmen der Kriegszerstörungen oder die Fotos des Reutlinger Stadtbilds der Wiederaufbauphase. Auch das sportliche Spektrum der Stadt spiegelt sich mit namhaften Veranstaltungen ebenfalls eindrucksvoll wieder. Die vielfältigen Aufnahmen zum Fasching entstanden sicher aus Begeisterung und dem Naturell der rheinischen Frohnatur Peter Dohm.

Zerstörtes Bahnhofsgebäude, 1945 Wilhelmstraße mit Straßenbahnschienen, April 1965 Karlstraße mit Wilhelmstraße, 1961

Herausragend ist die Geschlossenheit des Bestandes mit seiner 4 Jahrzehnte umfassenden fotografischen Darstellung des Stadtgeschehens.

Im Stadtarchiv können jetzt nach Abschluss einer ersten Erschließungsmaßnahme über 10.000 Negativfilme mit rund 200.000 Einzelbildern der Öffentlichkeit zur Einsichtnahme bereitgestellt werden.

In den nächsten Jahren steht die Erschließung der großformatigen Negativsammlung des Fotohauses Dohm an. Weitere etwa 200 000 Fotos aus dem Zeitraum von 1944 bis in die 1970er Jahre versprechen neben der klassischen Porträtfotografie noch viele Überraschungen an bislang unbekannten Architektur-, Werbe- und Industriefotografien.

Parkende Autos auf dem Marktplatz, um 1964
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