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Alles wird "busser": Das 365-Euro-Ticket kommt


Der neue Nahverkehr: Die Wabe 220 Die mündliche Zusage des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer für Fördermittel aus dem "Sofortprogramm Saubere Luft" bekam Oberbürgermeisterin Barbara Bosch beim dritten Dieselgipfel am Montag in Berlin, die schriftliche Bestätigung erwarte sie am Donnerstag, 6. Dezember, betonte sie jetzt auf einer Pressekonferenz im Rathaus.

Das neue 365-Euro-Ticket ist ein echter Anreiz für jene, die ihr Auto zugunsten der Umwelt stehen lassen wollen: Statt bislang 524,20 Euro kostet das Jahres-Abo nur noch 365 Euro, das Monats-Abo ist für 33 statt bislang 46,20 Euro zu haben. Tagestickets für Erwachsene schlagen nur noch mit 3,50 statt bislang 4,40 Euro zu Buche, das Tagestickets für Kinder mit 2,50 statt bislang 3,60 Euro. Und auch Schülerinnen und Schüler profitieren von der Neuerung - die Schüler-Monatskarte kostet fortan nur noch 30 statt bislang 44,10 Euro. Die Wabe 220 umfasst neben Reutlingen auch Pfullingen, Eningen unter Achalm, Pliezhausen, Walddorfhäslach und Wannweil sowie die interkommunalen Gewerbegebiete Mahden und Mark West.

Plakat Alles wird busserDas Angebot ist der erste Schritt auf dem Weg zu Größerem: Zehn neue Buslinien, 100 neue Haltestellen, sechs statt bislang vier Millionen Fahrplankilometer und 271.000 Fahrplanstunden umfasst das neue Stadtbusnetz, das im zweiten Halbjahr 2019 an den Start geht. Die Stadt Reutlingen setzt sehr darauf, dass diese Neuerungen die Attraktivität des Nahverkehrs erhöht, mehr Menschen zum Umstieg bewegt - und dadurch die Luft verbessert", so die Rathaus-Chefin. Dass es gewaltiger Investitionen bedarf, um so ein Angebot auf die Beine zu stellen, liegt auf der Hand. Als eine von bundesweit fünf Modellstädten für das Sofortprogramm Saubere Luft der Bundesregierung beantragte die Stadt Reutlingen daher Fördermittel für Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen  von 19,2 Millionen Euro, zum großen Teil für Verbesserungen im ÖPNV. Der Bund hatte schon früh zugesagt, durchschnittlich 95 Prozent der Kosten für die Maßnahmen zu übernehmen - auf die Förderbescheide warten die Städte bis heute.

Nur eines der Themen auf dem dritten "Diesel-Gipfel" am Montag, den Barbara Bosch als nützlich, wenn auch nicht als großen Durchbruch wahrnahm. "Das Bemühen der Bundesregierung ist da", so die Rathaus-Chefin über die Zusage der Bundeskanzlerin Angela Merkel, noch einmal eine Milliarde mehr im Kampf gegen Fahrverbote auszugeben. Ganz so einfach, wie man sich das in Berlin vorstelle, sei es aber nicht: "Wir schaffen das alles, aber nicht in der zeitlichen Frist, innerhalb derer wir unsere Stickoxid-Werte senken müssen", gab die Oberbürgermeisterin zu bedenken. So dauere es derzeit beispielsweise mindestens ein Jahr, bis ein bestellter E-Bus geliefert werde. Ohnehin werde es den Städten nicht gelingen, ohne Hardware-Nachrüstungen die Schadstoffbelastung zu senken, die zum weitaus größten Teil vom Autoverkehr verursacht werde: "Aber die Bundeskanzlerin hat sehr deutlich gemacht, dass sie die Automobilindustrie nicht zwingen wird."  

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